- 21.12.2011 Gemeinsames Chanukkasingen in der Synagoge Graz
Meschugge - Ein musikalisches Fragment
In diesem Fragment begegnen sich Kulturen. Jeden Tag und an jedem Ort begegnen sich Kulturen. Wenn wir dieselbe Sprache sprechen, glauben wir einander zu verstehen. Dies ist aber nicht so. Manchmal verstehen sich Menschen die einander gar nicht verstehen, besser als die, welche dieselbe Sprache teilen. In diesem Stück machen die Autorin und der Komponist den Versuch einer Annäherung. Es ist ein Fragment, ein Wagnis, eine Unvollendung. Es ist die alte Geschichte des Chanukkawunders an welche die Lichter der Weihnachtszeit anschließen. Es ist aber auch die beinharte Geschichte der Auseinandersetzung und des Kampfes um Anerkennung, Anpassung und Abgrenzung. Eine Identität, die nur verschmilzt, zerfließt. Eine Identität, dass sich nur durch Ausgrenzung definiert, vereinsamt. Jedes Kind und jeder Mensch setzt sich dieser Spannung tagtäglich aus, mal bewusster, mal weniger. Ohne Auflehnung, Kampf und Sturheit, ihren Glauben zu verteidigen, gäbe es heute längst keine Juden mehr und auch keine Synagoge. Aber ohne Wunsch nach Annäherung, Berührung und gelebter Verletzlichkeit auch keine Wunder wie dieses heute.
Presse:
- Kleine Zeitung 13. Dezember 2006









